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Laufen beginnt im Gehirn – Wie du Laufzeiten ohne mehr zu laufen verbessern kannst

Laufen beginnt im Gehirn - Wie du Laufzeiten ohne mehr zu laufen verbessern kannst - Veras Triathlon-Blog - Laufstudio.net
Laufen beginnt im Gehirn – Wie du Laufzeiten ohne mehr zu laufen verbessern kannst – Veras Triathlon-Blog – Laufstudio.net

Letztens kam eine Langstreckenläuferin zu mir und klagte darüber, daß ihre Leistungen im Laufen immer schlechter werden.

Sie konnte die harten Intervalle nicht mehr in den gewohnten Laufzeiten laufen und sie fühlte sich schneller erschöpft als gewohnt.

Ihr Bewegungsablauf im Laufen allgemein fühlte sich unrund an.

Irgend etwas stimmte nicht, aber sie hatte keine Ahnung was es sein könnte.

Was war wohl mein erster Gedanke?

Übertraining!

Aber weder hatte sie nach eigenen Angaben mehr Stress im Leben, noch eine verschleppte Krankheit, noch sonstige größere Veränderungen. Auch das Trainingspensum oder die Intensität hatte sie nicht abrupt verändert. Herzfrequenz, Schlafqualität, Körpergewicht, etc. schien alles sonst im Normalbereich zu liegen.

Also wohl doch kein Übertraining…

Daraufhin haben wir ein paar Tests gemacht und siehe da (im wahrsten Sinne des Wortes), sie hatte ein Problem mit ihren Augen: Sie konnte ihren Blick nicht mehr stabilisieren.

Sie bekam ein paar einfache Übungen für die Augen, die sie über die nächsten Wochen gewissenhaft durchgeführt hat.

Und siehe da: Sie konnte wieder harte Intervalle laufen und ihre Bewegungen fühlten sich besser an als zuvor.

Sie erreichte wieder ihre alten Laufzeiten… – Nein, besser sogar: Sie lief neue persönliche Bestzeiten!

Sie hat ihre Bestzeit auf 10km um sage und schreibe mehr als fünf Minuten verbessert! (Pace-Verbesserung von 5:01 min/km auf 4:20min/km!)

Wie kann das sein?

Was haben Augen mit meiner Laufleistung zu tun?

Kann dir ein Problem mit deinen Augen deine Laufzeiten ruinieren?

Und dich daran hindern mögliche Laufleistungen zu erreichen?

Aber sicher doch!

Wie soll das gehen?

Ich erkläre es dir.

Dein Gehirn steuert zusammen mit dem Nervensystem ALLES – auch jede Lauf-Bewegung, die du tust.

Zwei Prioritäten hat das Gehirn

Das Gehirn hat zwei Prioritäten:
1. Überleben
2. Energie sparen

Die erste Priorität ist in diesem Fall von Bedeutung:

Das heißt, alles was du im Laufen tust, muß dein Gehirn als sicher für sein (und damit dein!) Überleben verstehen, sonst läßt es dich das nicht tun, was du tun willst: (beispielsweise) harte Intervalle trainieren und schnell laufen.

Drei Dinge macht das Gehirn

1. Informationen aufnehmen
2. Informationen verarbeiten
3. Bewegungen veranlassen

Was das Gehirn (hauptsächlich) vereinfacht gesagt macht, ist Informationen aus den körpereigenen Sensoren aufnehmen, die überall in deinem Körper verteilt sind.

Fast alle diese Informationen laufen über dein Rückenmark und landen in deinem Gehirn.

Wenn diese Informationen in deinem Gehirn ankommen, dann verarbeitet das Gehirn diese Informationen.

Es versucht anhand dieser Informationen eine sinnvolle Vorhersage über deine Umwelt zu treffen und auf Grund dieser Vorhersage veranlaßt es eine Bewegung als Antwort (deine Laufbewegungen).

Dein Gehirn selbst sitzt eingeschlossen und geschützt in deinem Schädel. Es hat nur Kontakt zur Außenwelt über deinen Körper, über deine Sinne und die Millionen von Rezeptoren in deinem Körper. Aber es muß dich (= deinen Körper) und sich sicher durch die Umwelt manövrieren. Deshalb ist es auf präzise Informationen angewiesen.

Sind die Informationen, die über die Sensoren über die Nervenleitungen an das Gehirn geleitet werden, (1) mangelhaft (2) unvollständig (3) bedrohlich (4) unbekannt (5) unpräzise …, dann verursacht das Verarbeitungsprobleme im Gehirn.

Die Vorhersage, die das Gehirn über die Umwelt treffen kann, wird ungenau.

Das ist für dein Gehirn (überlebens-)bedrohlich.

Und um schlimmeres (= Verletzungen, Energieverschwendung oder schlimmstenfalls: Tod) zu verhindern, hindert dich dein Gehirn daran dann (beispielsweise) Leistung im Sport (= Laufen) zu erbringen.

Wenn sich dein Gehirn zwischen Laufleistung und Überleben entscheiden muß, dann entscheidet es sich IMMER für das Überleben! Sein Überleben.

Wenn deine Augen ein Problem haben, weil sie beispielsweise unfähig sind den Blick ruhig zu halten und statt dessen ständig hin und her springen*, dann erhält dein Gehirn Informationen mit denen es nichts anfangen kann.

* das passiert unbewußt. Du kannst das nicht bewußt steuern. Du nimmst das in einer milden Ausprägung noch nicht einmal wahr. Aber es hat drastische Auswirkungen auf deine Leistungen in Alltag und Sport.

Das interpretiert das Gehirn als Bedrohung für sein Überleben.

Du erinnerst dich an des Gehirns erste Priorität? Überleben!

Also verändert das Gehirn seine Antwort: deine Laufbewegungen.

Es macht dich langsamer.

Es macht dich müde.

Warum?

Weil die Umgebungsinformationen, die das Gehirn erhalten hat, unsicher sind.

Es hindert dich am schnellen Laufen.

Es hindert dich daran, dich (und sich) mehr Gefahr auszusetzen.

Wenn du das ignorierst, ist die nächste Stufe, die dein Gehirn nutzen wird: Schmerzen.*

* Und zwar so lange, bis du nicht mehr laufen kannst.

In diesem Fall, war das Problem dieser Langstreckenläuferin ein Problem der Informationsaufnahme über ihre Augen.

Ihre Augen (ihr visuelles System) haben Informationen an das Gehirn gesendet, die so verändert waren, daß ihr Gehirn sie nicht richtig verarbeiten konnte und sich (sein Überleben) bedroht sah.

Sobald dieses Problem behoben war*, konnte sie nicht nur wieder ihre alten Laufleistungen erreichen, sondern diese sogar deutlich übertreffen.

* durch einfache Übungen, die sie selbst durchführen konnte

Bei manchen Läufern sind es die Augen. Bei anderen etwas anderes…

Laß uns gemeinsam die Ursachen finden.

Wir finden sie dort, wo du noch nie gesucht hast!

Wenn dein Laufproblem also nicht ein tatsächlicher Gewebeschaden (Zerrung, Riß, Verstauchung, Prellung, Bruch, etc.) in deinem Fuß, deinem Knie oder deiner Hüfte ist, dann wird es sinnvoll dich mal um andere Körpersysteme zu kümmern.

Und dann erreichst vielleicht auch du in ein paar Wochen neue persönliche Bestleistungen…

Laufen beginnt im Gehirn - Trainingsangebot - Neurozentrisches Lauftechnik-Training - Veras Triathlon-Blog - Laufstudio.net
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