Welche Schwimmstarts gibt es im Triathlon-Wettkampf?


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Soll bereits der Schwimmstart ein erfolgreicher Auftakt in deinem nächsten Triathlon-Wettkampf sein, dann erkundige dich rechtzeitig vorher welche Startform dort vorgesehen ist. Ist es ein Landstart? Ein Wasserstart? Ein Pontonstart? Ein Massenstart? Ein Wellenstart? Ein Jagdstart?

Mach dich mit der Startform vertraut. Steht nichts in der Ausschreibung, dann frag beim Veranstalter nach. Erkunde das Gelände des Schwimmstarts (wenn möglich. Spätestens am Wettkampftag.). Manchmal findest du auch in Erfahrungsberichten von Triathleten (Blogs, Foren) Hinweise auf Schwierigkeiten oder Besonderheiten der Starts beim jeweiligen Wettkampf.

Die Starts im Triathlon-Wettkampf lassen sich grob nach Startort und nach Anzahl der gleichzeitig startenden Teilnehmer unterteilen.

Landstart

Ein Landstart kann ein Massenstart, ein Wellenstart oder ein Jagdstart sein.

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Bei einem Landstart läufst du beim Startschuß vom Land aus ins Wasser und beginnst dann zu schwimmen.

Es ist empfehlenswert, daß du dich vorher mit dem Ufer und dem Boden im Wasser des Startbereichs vertraut machst. Spitze Steine können unangenehm werden. Glitschige Steine lassen dich ausrutschen. Bei flach abfallendem Boden mußt du weit ins Wasser laufen, evtl. sogar ein paar Delfinsprünge machen bis du schwimmen kannst. Bei relativ steil abfallendem Boden im Wasser kannst du nach ein paar Schritten schon losschwimmen.

Vorteil Landstart: Du kannst dich leichter in der Gruppe einsortieren. Du hast beim Start festen Boden unter den Füßen (wichtig für die schwachen Schwimmer und all diejenigen, denen vor Aufregung schlecht wird).

Nachteil Landstart: In praller Sonne und „hohen“ Temperaturen werden Startverzögerungen (im Neoprenanzug) zur Qual. Du kannst dich auf dem Weg ins Wasser verletzen (Fußsohlen).

Wasserstart

Ein Wasserstart kann ein Massenstart, ein Wellenstart oder (selten) ein Jagdstart sein.

Bei einem Wasserstart startest du im Wasser. Das heißt, wenn der Startschuß ertönt, befindest du dich bereits im Wasser. Dabei ist es egal, ob du im Wasser noch stehen kannst oder nicht. Ob du auf dem Bauch liegend startest oder Wasser tretend.

Vorteil Wasserstart: Du bist bereits im Wasser.

Nachteil Wasserstart: Du bist bereits im Wasser. Wenn das Wasser sehr kalt ist, und sich der Start verzögert, werden schwache Schwimmer schon müde nur durch das Sich-Warmhalten.

Pontonstart

Ein Pontonstart kann ein Massenstart, ein Wellenstart oder ein Jagdstart sein.

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Bei einem Pontonstart springst du von einem Ponton, einem Steg, einem Schiff, dem Beckenrand oder etwas anderem höher als die Wasserfläche gelegenem ins Wasser. Dadurch unterscheidet er sich von einem Landstart.

Wie du ins Wasser springst, bleibt dir überlassen. Es ist empfehlenswert, daß du dich vorher mit der Höhe der Startplattform und dem Einsprungwasser vertraut machst. Oft gibt es auch eine Möglichkeit über eine Leiter ins Wasser zu klettern. Für alle, die nicht springen wollen.

Einen Startsprung ins Wasser (wie Schwimmer ihn machen) solltest du besser nur machen, wenn du ihn vorher ausreichend geübt hast und tatsächlich kannst. Bestenfalls ist nur deine Schwimmbrille verrutscht und voller Wasser. Oder schlechtestensfalls weg. Außerdem ist ein Bauchplatscher – trotz Neoprenanzug – unangenehm. Und du kannst dich schmerzhaft im Rücken verletzen. (Ich sage nur: fehlende Körperspannung.)

Vorteil Pontonstart: Weniger Chaos. Mehr Ordnung.

Nachteil Pontonstart: Der Startsprung ist eine Hemmschwelle und birgt eine gewisse Verletzungsgefahr.

Ein bekanntes Beispiel für einen Pontonstart bzw. Start vom Schiff aus, ist der Norseman (Langdistanzrennen).

Massenstart

Ein Massenstart kann ein Landstart, ein Wasserstart oder ein Pontonstart sein.

Alle Teilnehmer starten mit dem Startschuß zur gleichen Zeit in einer einzigen großen Gruppe. Du sortierst dich selbständig, nach eigener, realistischer (!) Einschätzung deiner Schwimmleistung in die Gruppe ein. Deine Zeit beginnt zu laufen mit dem Startschuß.

Schlechtere oder langsamere oder unsichere Schwimmer unter den Triathleten sind am Ende einer Gruppe besser aufgehoben. Dort geht es „zivilisierter“ zu. Du kannst in Ruhe losschwimmen und deinen Rhythmus finden.

Solltest du als schwacher Schwimmer den Fehler begehen und dich in die erste Reihe stellen: Den Fehler machst du nur einmal. Die guten Schwimmer unter den Triathleten machen keine Gefangenen…

Die etwas besseren Schwimmer sortieren sich etwas weiter vorn und/oder mehr zu den Rändern (links und rechts) der Gruppe ein. Achtung: Wenn eine Randposition den direkten Weg zur ersten Boje bietet, dann ist dies der falsche Platz für dich. Denn dann finden sich dort die guten Schwimmer unter den Triathleten.

Wie erkennst du gute Schwimmer unter den Triathleten? Das sind mit großer Wahrscheinlichkeit die einzigen, die sich vor dem Schwimmstart richtig aufwärmen und einschwimmen. Vielleicht merkst du dir den ein oder anderen Neoprenanzug oder ein Gesicht. Taucht das dort auf, wo du als schwacher Schwimmer stehst, ist es Zeit für dich einen anderen Platz zu suchen oder die Konsequenzen zu tragen.

Und die richtig guten Schwimmer stehen in der ersten Reihe mit dem direkten Weg auf die erste Boje. Wo sie mit einem Sprint abstarten können, um sich vom Feld abzusetzen bevor sie in ihr Wettkampftempo übergehen.

Vorteil Massenstart: Richtiges Triathlon-Feeling. 😉 Wie in einer Waschmaschine.

Nachteil Massenstart: Chaos, Hiebe, Tritte, Hektik.

Das bekannteste Beispiel für einen Massenstart im Wasser im Langdistanzbereich ist das Ironman Championship auf Hawaii. Nach dem Kanonenschuß schwimmen ca. 3000 Athleten gleichzeitig los.

Wellenstart

Ein Wellenstart kann ein Landstart, ein Wasserstart oder ein Pontonstart sein.

Im Wellenstart starten die Athleten in Startgruppen nacheinander. Die jeweilige Startgruppe ist sozusagen ein reduzierter Massenstart. Diese Gruppen können nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt werden. Die Einteilung erfolgt beispielsweise nach Geschlecht, Altersgruppe oder geplanter Schwimmzeit. Deine Zeit beginnt zu laufen, wenn du startest.

Vorteil Wellenstart: Kleinere Gruppen. Weniger Chaos, mehr Ordnung. Mehr Sicherheit für schwächere Schwimmer.

Nachteil Wellenstart: Längere Wartezeiten für spätere Startgruppen. Reduziertes Massenstart-Feeling 😉

Eines der bekanntesten Beispiele für einen Wellenstart im Wasser im Langdistanzbereich ist die Challenge in Roth. Dort werden die Triathleten nach Profis, Amateure, Staffeln, Geschlecht, Altersgruppe und geplanter Schwimmzeit eingeteilt und in Gruppen von ca. 200-300 Athleten ins Rennen geschickt.

Jagdstart

Ein Jagdstart kann ein Landstart, ein Wasserstart oder ein Pontonstart sein.

Bei einem Jagdstart startet ein Triathlet nach dem anderen in einem festgelegten zeitlichen Abstand. Deine Zeit beginnt zu laufen, wenn du startest.

Vorteil Jagdstart: Kein Gedränge, kein Hauen, Stechen, Treten beim Start. Mehr Sicherheit für schwächere Schwimmer.

Nachteil Jagdstart: Längere Wartezeiten am Start. Kein Massenstart-Feeling 😉

Ein lokales, bekanntes Beispiel für einen Jagdstart ist der Stadttriathlon in München. Das Schwimmen findet in der Olympia Schwimmhalle statt. Die Einteilung erfolgt nach angegebener Schwimmzeit (Selbsteinschätzung). Die Athleten springen im Abstand von ca. 5 Sekunden ins Wasser und schwimmen die 400m in einem Zickzack-Kurs durch die 50m-Bahnen.

Ein Massenstart bei einem kleinen Volkstriathlon mit 150 Teilnehmern ist weniger respekteinflößend als ein Massenstart beim einem Ironman mit 3000 Teilnehmern. Wer sich unsicher fühlt, sammelt bei kleineren Wettkämpfen erst einmal Erfahrungen, bevor er (oder sie) sich an die großen Veranstaltungen wagt.

Hier eine nicht ganz ernst gemeinte Schwimmstartsimulation von Clif Bar. Könnte mit der richtigen Gruppe ganz lustig werden, wenn jeder einmal der Triathlet ist und jeder einmal drauf hauen darf 😉

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