Fehler im Kraulschwimmen – Vermeide die Überrotation


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Schwimme einfach schneller Kraul indem du es vermeidest zu stark von einer Seite zur anderen zu rotieren.

Wenn du im Wechsel von Seitlage zu Seitlage zu stark rotierst, kostet dich das zusätzliche Zeit und Energie. Du bremst dich aus und machst dich dadurch langsam. Du verlierst Zeit pro zu starker Rotation. Du verlierst dein Gleichgewicht. Du bremst dich aus durch Ausweichbewegungen. Du mußt dazu mehr Energie einsetzen. Es kostet dich Zeit durch eigenes Ausbremsen durch deine Ausweichbewegungen. Es kostet dich Zeit durch das Verlassen deiner optimalen Schwimmrichtung. Es kostet dich Zeit weil du keinen Vortrieb erzeugst.

Wieviel Zeit verschwendest du pro Bewegungszyklus aufgrund deiner Überrotation?

Jeder Bewegungsablauf oder Teilbewegungsablauf im Kraulschwimmen hat sein eigenes Fehlerpotenzial. Und so kannst du auch in der Ganzkörperrotation etwas falsch oder richtig machen. Ein häufig bei Triathleten anzutreffender Fehler im Kraulschwimmen ist eine zu stark ausgeprägte Rotation: Die Überrotation.

Was ist Überrotation?

Bei Überrotation im Kraulschwimmen rotierst du zu stark um deine Körpermittellinie. Dein Rotationswinkel ist zu stark. D.h. – je nach Schwimmgeschwindigkeit – stärker als 25-45° von Seite zu Seite.

Wann und wo findet sich die Überrotation?

Die Überrotation findet sich sehr häufig während der Kraulatmung.

Die Überrotation während der Kraulatmung fällt gern zusammen mit dem Überkreuzen der Körperseitenmittellinie in der Rückholphase.

Oder bei Athleten, welche die TI-Übungen für Kraulschwimmen halten. D.h. alle Athleten, welche die Übungen von TI nicht verstanden haben und/oder nicht verstanden haben, daß Übungen etwas anderes sind als Kraulschwimmen.

In den Übungen dient eine Überrotation – wie sie eine 90°-Seitlage darstellt – dazu, bestimmte Aspekte im Bewegungsablauf zu übertreiben, damit du diese Aspekte besser wahrnehmen kannst, weil du sie im (normalen) Bewegungsablauf des Kraulschwimmens NICHT wahrnimmst.

Oder bei Triathleten, die meinen sie müßten extra rotieren. Frei nach dem Motto: Viel ist gut. Mehr ist besser.

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben: Viel vom RICHTIGEN ist gut. Mehr vom RICHTIGEN ist besser. Das gilt jedoch nicht, wenn du Falsches tust: Falsche Bewegungsabläufe, falsches Training, falsche Trainingsinhalte. Falsches bleibt immer falsch. Es wird niemals richtig dadurch, daß du mehr davon machst. Du gewöhnst dich nur an das Falsche.

Welche Folgen hat es, wenn du überrotierst?

Wenn du zu stark von einer Seite zur anderen rotierst, also der Winkel deines Körpers zur Wasseroberfläche zu steil wird, kostet es dich zu viel Zeit pro Rotation. Du verlierst Zeit um so weit auf eine Seite zu rotieren und du verlierst Zeit um wieder auf die andere Seite zu wechseln.

Ein weiterer negativer Effekt der Überrotation ist, daß du dein Gleichgewicht verlierst. Verlierst du dein Gleichgewicht im Wasser versucht dein Körper automatisch dieses wieder herzustellen. Dieser Versuch dein Gleichgewicht wieder herzustellen, resultiert in einer Reihe von Ausweichbewegungen (= zielloses Hin- und Herrudern, extremes Ausschlagen oder Abstützen) in Armen und Beinen. Diese Ausweichbewegungen bremsen dich aus und kosten dich damit Zeit. Doppelt Zeit. Pro Armzug oder Bewegungszyklus. Sie kosten dich sogar dreifach Zeit, weil du in der Zeit auch keinen Vortrieb erzeugst und deine Bewegungsausrichtung in deine Schwimmrichtung verlierst.

Wie vermeidest du Überrotation?

Vor allem, indem du auf das achtest, was du tust und Unterschiede wahrnimmst in dem, was du tust. Damit fängt es an. Wenn du nichts wahrnimmst, nichts fühlst, nicht weißt was du tust, kannst du nichts verändern. Du kannst fühlen, wenn du dein Gleichgewicht verlierst. Du kannst fühlen, ob du dich in der Kraulatmung abstützt oder nicht.

Im Kraulschwimmen vermeidest du die Überrotation ganz einfach dadurch, daß du dich nur maximal streckst, anstatt absichtlich rotierst.

In der Kraulatmung vermeidest du die Überrotation ganz einfach dadurch, daß du die Kraulatmung richtig lernst. Deine Kraulatmung verbesserst du nicht automatisch, indem du von Wand zu Wand schwimmst, sondern du mußt dich gezielt und im Detail damit auseinander setzen.

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4 Kommentare zu „Fehler im Kraulschwimmen – Vermeide die Überrotation“

  1. Hallo Vera,

    merci für die umfangreiche Antwort und Analyse. Das war ja fast schon eine Trainerstunde 🙂

    LG

    Micha

    1. Hallo Micha,

      gerne. Hoffentlich hilft’s 😉 Wieviel fehlt denn noch auf die „unter 18 Minuten auf 1k“? Grüßle, Vera

  2. Bei mir fällt mir auf, dass ich mich mit zunehmender Erschöpfung und nachlassender Spannung immer weiter aus dem Wasser drehe und dementsprechend nach dem Atmen dann wieder zurückplumpse ( mit Spannung kann ich mich zurückdrehen, ohne Spannung ist es mehr ein Zurückfallen). Dadurch brauche ich noch zusätzliche Energie um wieder an die Oberfläche zukommen, was mich noch müder macht usw…

    Immerhin bin ich schon soweit dass ich mich teilweise analysieren kann 🙂

    BTW, danke für die tollen und hilfreichen Beiträge. Der ein oder andere Beitrag wäre vielleicht noch verständlicher wenn es ein Video dazu gäbe 🙂

    LG

    Micha

    1. Hallo Micha,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ohne Körperspannung schwimmst du nicht Kraul. Ohne Körperspannung kämpfst du gegen das Ertrinken. Also wäre – meiner Meinung – der erste logische Schritt deine Körperspannung herzustellen und zu halten.

      Zunehmende Erschöpfung? Wie lange schwimmst du denn? 5 Stunden? Wenn dich 1500m fertig machen, kämpfst du gegen das Wasser und verbrauchst unnötig zuviel Energie.

      Nach einem Drehen plumpst du nicht. Du plumpst nur ins Wasser zurück, wenn du dich vorher aus dem Wasser gehoben hast.

      Und du sollst dich (deinen Kopf) im Kraulschwimmen zu keiner Zeit aus dem Wasser heben…

      Drehen kannst du deinen Kopf soweit du willst (und anatomisch kannst), so lange du deinen Kopf im Wasser läßt = in Verlängerung deiner Wirbelsäule, in Schwimmrichtung, in einer Ebene mit deinen Hüften und möglichst auch Beinen (ungefähr, nicht exakt). D.h. wenn du in einer möglichst horizontalen Ebene bleibst, mit deinem ganzen Körper, inklusive Kopf. Mehr zu drehen, ist manchmal in unruhigen Gewässern notwendig (normalerweise nicht im Schwimmbad).

      Kopfdrehung ist mit „vernünftiger“ Wasserlage nicht anstrengend. Wenn Kopfdrehen für dich anstrengend ist, machst du definitiv etwas falsch. Folglich: Kontrolliere deine Wasserlage. (= wo befinden sich deine Hüften, Beine, Füße in Relation zur Wasseroberfläche oder deinem Kopf).

      Viel Erfolg weiterhin. Grüßle, Vera

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