20. 12h-Nachtschwimmen in Weißenfels 2011


Impression vom 12h-Schwimmen in Weißenfels 2011
Impression vom 12h-Schwimmen in Weißenfels 2011

Mit leichter Verspätung kommt hier mein Bericht über das Weißenfelser Nachtschwimmen 2011.

In der Nacht vom Freitag, 25.11.2011, 18h bis Samstag, 26.11.2011, 6h morgens fand dieses Jahr zum 20. mal das jährliche Nachtschwimmen in Weißenfels statt. Also ein 12h-Schwimmen, kein 24h-Schwimmen. Aber das reicht ja auch, um im Training zu bleiben. Ausrichter war der Weißenfelser Schwimmverein. Deren erklärtes Ziel war es dieses Jahr die Kilometerstrecke bis London zu erschwimmen, also 850km.

Wie es mich dorthin verschlagen hat? Karin, die in Naumburg an der Saale, einer malerischen, liebevoll restaurierten/sanierten Kleinstadt in der Nähe von Weißenfels wohnt, hat am letzten 24h-Schwimmen in Haar teilgenommen. Und da dachte ich mir, dass ich mich revanchieren könnte, wenn sie die 400km Anfahrt auf sich nimmt, um in Haar mit an den Start zu gehen, dann kann ich auch die 400km auf mich nehmen, um bei ihrem Hauptwettbewerb mitzuschwimmen. Gesagt getan.

Die ganze Aktion stand bei mir gesundheitlich leider unter einem keinem so guten Stern, da ich einen gereizten Nerv im linken Schulterblatt hatte, der mich die zwei Wochen vor der Veranstaltung am Schwimmen hinderte. Aber wie formulierte es einer meiner Freunde: Dann bist du ja gut ausgeruht in den Wettkampf gegangen.

Die Autofahrt dorthin klappte problemlos und ich schaffte es noch rechtzeitig vor dem Start Karin abzuholen und mit ihr gemeinsam zum Veranstaltungsort zu fahren.

Geplant hatte ich gar nichts, außer zu sehen, was ging und wie weit ich kommen würde, v.a. angesichts der aktuellen gesundheitlichen Probleme und der gesundheitlichen Probleme des letzten 24h-Schwimmens. Ich hatte mir ein halbes Dutzend (nicht optische) Schwimmbrillen zum Wechseln mitgenommen und die Kontaktlinsen, da die die Silikon(?)auflagen meiner optischen Schwimmbrillen mir Hautreizungen verursachten.

Leider gab es im Schwimmbad von Weißenfels keinen Ruheraum, sondern wir konnten uns nur auf unseren Isomatten in der Damenumkleide auf den Boden legen, um etwas auszuruhen. Karin konnte dort sogar schlafen. Ich konnte bei dem ständigen Hin-und-Hergerenne, das dort herrschte, keine Ruhe finden.

Zwei „Zwangspausen“ waren vorgeschrieben: In der Zeit von 21h-22h fand die Sprintstaffel statt: Acht Mannschaften traten gegeneinander mit zwei Durchgängen in 25m-Sprints über 25 Minuten gegeneinander an. Das sah wirklich anstrengend aus… puh…

Die 25m-Sprintstaffel beim Nachtschwimmen in Weißenfels 2011
Die 25m-Sprintstaffel beim Nachtschwimmen in Weißenfels 2011

In der zweiten Pause gab es diverse „Olympische Spiele“ und ein Schatztauchen, an welchem sich vor allem die zahlreichen Kinder und Jugendlichen mit Begeisterung beteiligten.

Bis 1h war ziemlich viel Betrieb. Danach dünnte sich das Aktivenfeld stark aus und wurde es schlagartig ruhig, so dass das verbleibende „dreckige Dutzend“ SchwimmerInnen mit viel Platz seine Bahnen ziehen konnte.

Ich war ca. vier mal im Wasser und fand meine Streckenleistung allerdings unterdurchschnittlich. Im dritten Wassergang hatte ich zusätzlich einen Einbruch, so dass ich unter meinen bescheiden angesetzten 5km pro Wassergang blieb.

Die fleissigen Helfer
Die fleissigen Helfer

Bei so langen Schwimmeinheiten habe ich ausreichend Gelegenheit die wechselseitige Kraulatmung zu üben, mich auf die Entspannung in der Überwasserphase zu konzentrieren oder verschiedene Technikvariationen auszuprobieren. Im Grunde genommen beginne ich mich relativ schnell zu langweilen, wenn ich in einem 25m-Becken ständig hin und her Schwimmen muss. Deshalb versuche ich mir immer kleine (Technik-)Aufgaben zu stellen, um meine Konzentration und mein Interesse aufrecht zu erhalten. Sonst beginne ich mich zu fragen, warum ich mir das eigentlich antue… Und das wäre schlecht für meine Motivation.

Im letzten Wassergang, der ungewöhnlich gut verlief, konnte ich dann sogar noch ein bißchen aufholen. Mit einer geringen Technikänderung und dem regelmäßigen Einstreuen von einer Bahn Rückenkraul hatte ich sogar das Problem mit dem gereizten Nerv im Griff. Der Wechsel mit Brustschwimmen verursachte mir Schmerzen im Knie also wechselte ich zum Rückenkraul. Rückenkraul war nie wirklich meine Stärke, aber durch das 12h-Schwimmen ist meine Technik nicht nur besser geworden, nein, ich konnte mir sogar einen gewissen Transfereffekt für das Kraulschwimmen herausziehen. Es war als hätte ich im letzten Wassergang so eine Art „Second Wind“ gefunden.

Trotzdem war ich dann froh, als es schließlich 6h morgens war und die Veranstaltung zu Ende. Etwas schwankend krabbelte ich aus dem Wasser. 18km hatte ich „nur“ erschwommen. Lustigerweise hat das gereicht, um nicht nur meine Altersklassenwertung, sondern die Gesamtwertung der Frauen zu gewinnen. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Hundemüde, aber glücklich durfte ich neben der obligatorischen Urkunde einen Pokal und ein Siegerpräsent entgegennehmen. Karin wurde hervorragende Zweite. (Hoffentlich hat sie mich zwischenzeitlich nicht verflucht, dass ich mit an ihrem Hauptwettbewerb teilgenomen habe – sonst hätte sie gewonnen…)

Mein Siegerpokal
Mein Siegerpokal
Meine Siegerurkunde
Meine Siegerurkunde

Bei Karin zu Hause angekommen fiel ich an diesem Morgen in mein bekanntes Koma, das mich auch den Wecker überhören ließ. Dafür haben wir dann spät nachmittags ausgiebig gefrühstückt und den Tag mit ein paar Saunagängen im „Bulabana“ angenehm beschlossen. Am nächsten Tag hat Karin mit mir – wieder nach einem ausgiebigen Frühstück – eine Stadtführung gemacht, bei der sie mir ihre profunden Kenntnissen über die Stadtgeschichte Naumburgs angedeihen ließ. Solltest du je eine Stadtführung in Naumburg an der Saale machen wollen, kann ich dir Karin wärmstens empfehlen ;o)

Gegen Mittag habe ich mich auf die Rückfahrt gemacht, die genauso problemlos wie die Hinfahrt verlief, und ich war sogar noch schneller.

Den Bericht über das Nachtschwimmen 2011 des Schwimmvereins Weißenfels findest du hier.

Mein herzlicher Dank geht an den Ausrichter, den Schwimmverein Weißenfels und seine zahlreichen nimmermüden Helfer und Helferinnen, die fleißig die Bahnen zählten und auch sonst immer freundlich Fragen beantworteten und Unterstützung boten, wo benötigt. Und natürlich an Karin für Kost und Logis und die großartige Stadtführung.

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6 Kommentare zu „20. 12h-Nachtschwimmen in Weißenfels 2011“

  1. Hallo Vera
    Per Zufall habe ich deinen Bericht gefunden. gut geschrieben
    Ich habe mich sehr gefreut das du in Naumburg/ Weißenfels warst.
    Warum soll ich dich verfluchen ? Im Sport heißt es doch, der Bessere soll gewinnen. Du warst 3 km besser. Danke für die “ Blumen“ wegen der Stadtführung. Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder.
    Liebe Grüße aus Naumburg Karin

    1. Hallo Karin,
      lieben Dank für deinen Kommentar. Freut mich, dass du das sportlich siehst ;o) Bestimmt sehen wir uns bald mal wieder. Liebe Grüße aus München nach Naumburg. Vera

  2. Hallo Vera! Glückwunsch zum 1. Platz in Deiner AK. 18.000m…Technikübungen gemacht…zwischendurch immer mal eine Länge Rückenkraul. Das sind Worte, vor denen ich in Hochachtung erstarre.
    Ich ziehe den Hut vor Deiner Leistung, einmal mehr.
    Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit!
    Gruß Dieter
    PS: Habe am Samstag wieder mit dem S-Training angefangen!

    1. Hallo Dieter,

      lieben Dank für deine Glückwünsche. Nee, erstarre lieber nicht. Vor der Leistung des Gesamtersten darfst du erstarren, aber nicht vor meiner…;)

      Auch dir eine angenehme und beschauliche (Vor-)Weihnachtszeit.
      Viel Spass und Erfolg beim Schwimmtraining und liebe Grüße. Vera

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