Laufen im Triathlon – Lauftechnik vs. Laufstil


Lauftechnik und Laufstil werden gern synonym verwendet, sind jedoch keine gleichbedeutenden Wörter.

Auch im englischen Sprachgebrauch (running form, running technique, running style, running gait) herrscht ein Begriffschaos. Selbst sogenannte „Experten“ sind sich in der Bezeichnung uneinig.

Inhalt

Den Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen arbeite ich nachfolgend heraus. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf wissenschaftliche Richtigkeit.

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Was ist Lauftechnik?

Beispiele für die Bezeichnung von Lauftechniken sind Vorfußtechnik, Mittelfußtechnik, Rückfußtechnik mit ihren synonym verwendeten Begriffen wie Ballenlauf oder Zehenlauf (bei Vorfußtechnik), Ballenlauf (bei Mittelfußtechnik) und Fersenlauf (bei Rückfußtechnik).

Die Lauftechnik bezieht sich in diesem Sinn vor allem auf den Ort des ersten Fußaufsatzes.

Das mehr oder weniger (oder nicht) vorhandene Abrollverhalten kann mit einbezogen oder separat nach einzelnen Phasen im Bewegungsablauf betrachtet werden.

Das Laufen ist dabei abzugrenzen vom Gehen.

Beim Laufen gibt es eine Art „Flugphase“, während der sich beide Füße kurzzeitig vom Boden abgehoben in der Luft befinden.

Beim Gehen befindet sich immer ein Fuß in Kontakt mit dem Boden.

Das ist bereits ein erster Hinweis darauf, dass eine Lauftechnik auch eine direkte Abhängigkeit zur Laufgeschwindigkeit aufweisen kann.

Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel. Ich kenne Läufer, deren erster Bodenkontakt immer über den Vorfuß erfolgt in egal welcher Geschwindigkeit und genauso Läufer, die immer zuerst mit der Ferse aufsetzen (auch im Sprint). Das sind natürlich keine Spitzenläufer, sondern Hobbyläufer.

Die Lauftechnik bezieht sich nicht ausschließlich auf den Fußaufsatz, sondern beinhaltet den komplexen Bewegungsablauf des ganzen Körpers im Lauf.

Ich konzentriere mich in den Erklärungen jedoch hauptsächlich auf den Fußaufsatz.

Alles weitere werde ich bei Gelegenheit in anderen Beiträgen behandeln.

Die verwendete Lauftechnik zeigt zudem einen Zusammenhang in der Verwendung von Hilfsmittel, sprich Laufschuhen.

Unbeschuht (oder in Barfusslaufschuhen) treten viele (aber nicht alle) Läufer zuerst mit dem Vorfuß oder Mittelfuß auf.*

* das heißt, der erste Bodenkontakt erfolgt mit dem Fußballen oder dem Mittelfuß (= flacher Fußaufsatz)

Mit Laufschuhen* tritt ein Großteil (aber natürlich auch nicht alle – aber vor allem die Hobbyläufer) der Läufer zuerst mit der Ferse auf.

* …besonders den Laufschuhen mit großer Sprengung und gebogenen Leisten. Sprengung ist das Verhältnis von Absatz- zu Sohlenhöhe. Also Laufen wie auf Stöckelschuhen oder nicht. Und „gebogene Leisten“ erkennst du daran, daß sich die Schuhspitze nach oben wölbt.

Einige Studien deuten auf einen direkten Zusammenhang mit den heutzutage typischen Laufschuhen hin (große Sprengung mit hohen Absätzen und dicken Sohlen, starke Dämpfung, Pronationsstützen).

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Was ist Laufstil?

Laufstil ist die individuelle Ausprägung einer Lauftechnik.

Beispielsweise in der Rückfußtechnik, wie weit vor dem KSP (= Körperschwerpunkt) die Ferse aufgesetzt wird, ob das Knie durchgestreckt oder gebeugt wird, wie stark die Kniebeugung ausfällt, die weitere Körperhaltung in Abweichung von bestimmten Standards, Kopfhaltung, Ausprägung der Vertikalbewegung etc.

Das bedeutet, auch wenn ein dutzend Läufer mit der gleichen Lauftechnik (beispielsweise Rückfußtechnik) laufen, so hat jeder trotzdem seinen individuellen Laufstil.

Unter Laufstil fällt auch die hauptsächliche Bewegungsausrichtung. So gibt es Läufer, die ihre Bewegungsenergie in den Boden schicken. Das läßt sich hören: Selbst aus 200m Entfernung läßt sich ihr Getrampel vernehmen.

Andere wiederum schicken ihre Energie nach oben, was sich deutlich an der Vertikalbewegung ersehen läßt.

Die Idealrichtung ist logischerweise nach vorn, denn dorthin will jeder Läufer so schnell wie möglich.

Energie in den Boden, nach oben oder nach links und rechts zu senden, ist Energieverschwendung, kostet unnötig Kraft und Zeit, weil es den optimalen Vortrieb stört und das Verletzungsrisiko erhöht.

Schrittfrequenz und Schrittlänge sind individuelle Charakteristiken eines jeden Läufers, wobei Spitzenläufer meistens eine höhere Schrittfrequenz und größere Schrittlänge (in Relation zur Körpergröße und Laufgeschwindigkeit) aufweisen, als Hobbyläufer.

Schrittfrequenz und Schrittlänge werden jedoch bestimmt durch die Beweglichkeit und Sicherheit mit der sich ein Läufer bewegt. Und dies läßt sich trainieren.

Eine berühmte Laufstileigenart war beispielsweise die rollende Kopfbewegung von Paula Radcliffe. Niemand käme auf die Idee ihr das abzugewöhnen*, denn sie lief Weltrekorde damit.

* Doch. Man kam tatsächlich auf die Idee ihr das Kopfrollen abzugewöhnen. Nur verschlechterten sich ihre Leistungen dadurch. Und offensichtlich war man nicht gewillt so lange an ihren Leistungen ohne Kopfrollen zu arbeiten, bis sie ihr ursprüngliches Niveau wieder erreicht hätte. Das Kopfrollen von Paula Radcliffe war (lt. Aussage einer Trainerin in ihrem Umkreis) eine Schmerzbewältigungsstrategie aus Jugendtagen.

Andere Läufer wiederum haben einen Fußaufsatz – leicht nach innen gedreht oder leicht nach außen gedreht – der ebenfalls vom Idealbild abweicht. Alles ist zugelassen, so lange es den individuell optimalen Vortrieb gewährleistet und nicht eine Ursache von Verletzungen ist.*

* Dies ist jedoch häufig eine Ursache von Leistungseinschränkungen und Verletzungen. Auch dies läßt sich ändern.

Es gibt keine Wertung auf „schön“ laufen, sondern immer nur eine Wertung auf Schnelligkeit. Trotzdem zeugen vor allem die Bewegungsabläufe von Spitzenathleten meistens – aber nicht immer – von Ästhetik.

Laufstil und Lauftechnik lassen sich beeinflussen und verändern. Manchmal geschieht das unbewußt, aufgrund einer Schonhaltung, manchmal werden bewußt Veränderungen vorgenommen, wie beispielsweise eine aufrechtere Körperhaltung oder eine Erhöhung der Schrittfrequenz.

Vorsicht ist bei jeder Veränderung geboten, denn der Körper ist ein ganzheitliches System!

Wenn du an einer Stelle etwas veränderst, sollte dir bewußt sein, dass du damit eine Kettenreaktion auslösen kannst. Das kann eine positive Gesamtveränderung bedeuten, aber genauso eine negative.

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