Tipps zur Winterlaufbekleidung


Wetterbedingungen für Winterlaufbekleidung.
Wetterbedingungen für Winterlaufbekleidung.
Nachfolgend findest du eine Reihe von Bekleidungstipps für das Training bei kalten Temperaturen.

Der Winter ist inzwischen definitiv angekommen mit Schneefall und Minustemperaturen. Die Tage sind kürzer, so dass dir meistens nicht anderes übrig bleibt, als vor oder nach der Arbeit in der Dunkelheit zu trainieren und die längeren Einheiten auf das Wochenende zu verlegen. Hier findest du Tipps für das Laufen im Dunkeln

Das Training in der Kälte ist nicht jedermanns oder jederfraus Sache. Fehlt es dir bereits an Motivation, findest du hier ein paar Tipps.

Kälte ist nicht gleich Kälte. Es gibt eine trockene Kälte, die – wie ihr Name schon sagt – mit geringer Luftfeuchtigkeit einher geht. Diese läßt sich auch bis zu sehr niedrigen Temperaturen (-20°C und darunter) relativ gut ertragen. Schlimmer wird es, wenn Feuchtigkeit und Wind (wind chill effect) mit ins Spiel kommen. Unter diesen Konditionen verlierst du schneller an Körperwärme und die gefühlte Temperatur wird geringer sein, als das, was das Thermometer anzeigt.

Dein Körper versucht immer eine relativ konstante Körperkerntemperatur aufrecht zu erhalten. Diese bewegt sich zwischen 36 und 39°C. Fällt deine Körperkerntemperatur darunter, äußert sich dies in eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Der Körper zentralisiert seine Blutzirkulation, um zu verhindern, dass abgekühltes Blut aus den Extremitäten die Kerntemperatur noch weiter absenkt. Das merkst du beispielsweise, wenn du versuchst mit klammen Fingern deine Schnürsenkel zu binden.

Bei der Bekleidung fängt es an, ob dir das Training bei Kälte Spass machen wird, oder ob du dein Wintertraining lieber nach drinnen verlegst. Deshalb habe ich hier ein paar Bekleidungstipps für das Training bei Kälte zusammen gestellt. Im einzelnen werden folgende Themen behandelt:

+ Kopfbekleidung
++ Stirnband, Multifunktionstuch, Baseballcap, Laufkappe, Mützen
++ Schutzbrille
++ Schutz für Hals und Nacken
++ Hautschutz im Gesicht
+ Winterlaufbekleidung für den Oberkörper
++ Zwiebelprinzip, unterste/mittlere/äußere Bekleidungsschicht
++ Winterlaufhandschuhe
+ Winterlaufbekleidung für Beine und Füße
++ Winterlaufhosen
++ Winterlaufsocken
++ Winterlaufschuhe, Spezialschuhe, Schuhkralle

Kopfbekleidung für das Laufen im Winter
Über den Kopf verlierst du sehr viel Wärme, bis zu 30% deiner Körperwärme. Das ist ein guter Grund deinen Kopf vor Wärmeverlust zu schützen.

Je nach Wetter, Temperatur und Empfindlichkeit hast du die Auswahl zwischen
+ Stirnband aus elastischem Stoff, Fleece oder Materialmix
+ Multifunktionstuch
+ Baseballcap oder Laufkappe
+ Mützen
Die verschiedenen Kopfbedeckungen lassen sich auch untereinander kombinieren. Beispielsweise eine Kappe oder Mütze mit einem Stirnband oder mit einem Multifunktionstuch.

Die Stirnbänder gibt es entweder in Einheitsgrößen oder mit Klettverschluß verstellbar. Das Material reicht von elastischem Kunstfasermaterial, über einen Materialmix bis zum dicken Fleece. Manche besitzen an den Seiten Verlängerungen, damit die Ohren besser geschützt sind.

Multifunktionstücher sind ein ca. Unterarm bis Armlanger Stoffschlauch, der entweder aus einem dünnen Kunstfaser-Baumwollgemisch oder aus einen Materialmix mit Microfleece besteht (die Winterversion). Aus dem Multifunktionstuch läßt sich mit wenigen Handgriffen ein Stirnband, eine Mütze, ein Schal, ein Piratentuch oder eine Sturmhaube basteln.

Ein Baseballcap oder eine Laufkappe haben einen Schirm, der dein Gesicht vor fallendem Schnee oder Regen schützt. Auch bei Brillenträgern bleiben die Gläser länger trocken (wenn sie nicht durch die Wärme beschlagen). Es gibt auch Winterversionen von Kappen aus leichtem Fleecematerial mit Ohrenklappen oder wasserabweisendem Kunststoffmaterial, dass sogar reflektierende Eigenschaften aufweisen kann.

Mützen gibt es ebenfalls in unterschiedlichsten Versionen. Von dünnem Kunstfasergemisch bis zu Thermofleece. Die Mütze sollte möglichst über die Ohren reichen und gut anliegen. Reflektierende Aufnäher erhöhen deine Sichtbarkeit.

Falls der Wind und die Kälte besonders ins Gesicht schneiden, gibt es Sturmhauben, Gesichtsmasken oder das Multifunktionstuch, die sich alle bis knapp unter die Augen ziehen lassen. Damit schützen sie dein Gesicht und erleichtern dir etwas das Einatmen der kalten Luft.

Eine Schutzbrille (je nach Wetter eine getönte Sonnenbrille gegen die Blendung durch Sonne und Schnee oder klarsichtig) schützt deine Augen vor dem beißenden Wind.

Achte auch darauf deinen Hals und Nacken zu schützen. Ein Winter-Laufshirt mit eng anliegendem Stehkragen oder ein Funktionsrolli helfen bereits. Das Multifunktionstuch lässt sich wieder dafür benutzen; ein Schal oder ein Handtuch aus Microfaserstoff sind weitere Alternativen.

Verwende beim Laufen im Winter keine Feuchtigkeitscreme im Gesicht. Das kann bei tiefen Temperaturen früher zu Erfrierungen führen. Besser geeignet ist eine Fettcreme bis hin zu Vaseline oder Melkfett. Aus dem gleichen Grund ist für die Lippenpflege ein Lippenbalsam mit hohem Fettanteil, einem Produkt mit hohem Feuchtigkeitsanteil, vorzuziehen.

Oberkörperbekleidung für das Laufen im Winter

Das Zwiebelprinzip hat sich in der Bekleidung des Oberkörpers bewährt. Es bedeutet, dass du mehrere Schichten (drei bis vier) dünner Winter-Funktionsshirts übereinander ziehst, anstatt nur zwei Schichten dickerer Winterlauf-Bekleidung. Die dünnen Luftschichten, die sich zwischen den Bekleidungsschichten bilden, halten dich zusätzlich warm.

Unterste Schicht
Die unterste Schicht deiner Winter-Lauf-Bekleidung liegt direkt auf der Haut. Sie soll eng anliegen und atmungsaktiv sein und dich damit warm und trocken halten. Je nachdem wie kalt es ist, kannst du ein kurz- oder langärmliges Sportunterhemd aus Funktionsmaterialien wählen.

Mittlere Schicht
Die zweite oder isolierende Schicht deiner Laufbekleidung für den Winter soll aus atmungsaktiven Funktionsmaterialien bestehen. Es kann ein dünner Fleecepulli sein oder ein Winterlaufshirt aus etwas stärkerem Material. Ein gut abschließender Stehkragen mit Reißverschluss hält Hals und Nacken warm.

Äußerste Schicht
Die äußere Schicht deiner Winter-Laufbekleidung sollte dich gegen Wind, Schnee und Regen schützen. Gleichzeitig sollte sie auch atmungsaktiv sein. Mit einem Reißverschluss kannst du für Kühlung sorgen, falls dir doch einmal zu warm werden sollte. Windstopper-Material (Gore-Tex) eignet sich gut bei den Jacken, aber auch Softshells. Für Regen oder Schneeregen seignen sich Laufjacken aus wasserabweisenden Funktionsmaterialien.

Winterlaufhandschuhe
Die Laufhandschuhe für den Winter sind Fingerhandschuhe und verfügen meist über eine fleeceartige, angeraute Innenfläche und winddichte Einsätze auf dem Handrücken. Das Material ist atmungsaktiv. Die Bündchen sollten gut am Handgelenk abschließen oder verstellbar sein. Je nachdem WIE kalt es ist, empfiehlt sich auch Fäustlinge, die die Finger wärmer halten. Ganz verfrorene Läufer und Läuferinnen können sogar zwei Paar Handschuhe übereinander ziehen, während Athleten, die viel über die Hände schwitzen mit einem dünnen Paar Laufhandschuhe auskommen.

Winterlaufbekleidung für Beine und Füße

Winterlaufhosen
Winterlaufhosen gibt es in unterschiedlichen Formen: Eng anliegend sind die Tights. Für die Damen gibt es oft auch die Laufhosen für den Winter in Jazzpant-Form, mit etwas ausgestelltem Bein. Die Jogginghose mit Bündchen am Bein ist etwas aus der Mode gekommen, aber findet sich immer noch unter den Winter-Laufhosen.

Viele Winterlauftights besitzen auf der Frontseite an Oberschenkel und Schienbeinen winddichte Einsätze. Die Knie sind für eine bessere Beweglichkeit meist ausgespart. Das verwendete Material ist dicker und die Innenseite ist angerauht. Manchmal werden die Laufhosen für den Winter auch Thermotights oder Thermolaufhosen genannt. Das verwendete Material besteht durchweg aus atmungsaktiver Kunstfaser (Thermion, Thinsulate, Coolmax etc.).

Wer empfindlich ist oder bei Temperaturen unter –10°C kann zuätzlich lange Laufunterwäsche darunter ziehen.

Darüber hinaus gibt es auch atmungsaktive, aber wasserabweisende Laufhosen, die dich besonders bei Regen oder Schneeregen länger trocken und warm halten.

Winterlaufsocken
Vermeide es Baumwollsocken zu tragen. Baumwolle saugt sich mit Feuchtigkeit voll. In nassen Socken weicht die Haut deiner Füße auf, was die Entstehung von Reibestellen und Blasen erleichtert. Besser sind Wolle-Kunstfaser-Mischgewebe (CoolMax) und im Winter sogar reine Wollsocken. Die meisten Sportsocken erfüllen diese Anforderung.

Winterlaufschuhe
Je nach Bodenzustand (Bodenbeschaffenheit) kannst du mit deinen normalen Laufschuhen im Winter laufen oder du weichst auf Trailschuhe aus, deren Sohle eine stärkere Profilierung aufweist. Das verhindert meistens ein Abrutschen beim Abdruck. Allerdings nicht auf Eis. Die als Winterlaufschuhe angepriesenen Schuhmodelle (meistens Gelände- oder Traillaufschuhe) weisen bereits ein tieferes Profil als die „normalen“ Laufschuhe auf und haben zudem oft eine Gore-Tex Membran zum Schutz vor Nässe durch Schnee oder Matsch eingearbeitet.

Als Spezialschuh für den Winter gibt es den Icebug, der 16 kleine Spikes in die Sohle eingelassen hat, die sich beim Laufen auf Asphalt wieder in die Sohle versenken sollen. Allerdings ist der Verschleiß der Spikes dabei hoch, weshalb du es vermeiden solltest mit dem Icebug viel über Beton oder Asphalt zu laufen. Den Icebug gibt es mit Halbschuhschaft oder hochgezogenem Schaft (so hoch wie bei Trekkingstiefel), so dass kein Schnee in den Schuh hineinfallen kann.

Schuhkrallen
Wenn du viel über vereiste Stellen oder verharschten Schnee laufen musst, kommt vielleicht eine Schuhkralle für dich in Frage. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen mit spitzeren oder stumpferen Spikes, mit kürzeren oder längeren Spikes. Auch die Anzahl der Spikes ist verschieden. Zur Befestigung wird eine Gummilasche über die Schuhspitze und die Fersen gezogen. Genauso wie das schneekettenartige YAKTRAX PRO.

Hier zeige ich dir zwei verschiedene Typen von Schuhkrallen, die sich über die Sohlen deiner Laufschuhe ziehen lassen:

Schuhkralle 1 zur Ergänzung deiner Winterlaufbekleidung
Schuhkralle 1 zur Ergänzung deiner Winterlaufbekleidung

Die zweite Schuhkralle wird zusätzlich mit einem Riemen über den Zehen fixiert.

Schuhkralle 2 zur Ergänzung deiner Winterlaufbekleidung
Schuhkralle 2 zur Ergänzung deiner Winterlaufbekleidung

So ausgerüstet, sollte deinem Winterlaufvergügen nichts mehr im Weg stehen. Wenn dir der Schnee für das Laufen doch zu hoch liegt, kannst du immer noch auf Alternativsportarten ausweichen.

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